Janoah Müller – Eliteschülerin des Sport 2025

Ein besonderer Glanz lag an diesem Nachmittag über dem Mannheimer Bundesstützpunkt. Schon beim Betreten des großen Internat-Versammlungsraums im ersten Obergeschoss war zu spüren: Hier geschieht heute etwas Außergewöhnliches. Tische waren zur Seite gerückt, Stehtische aufgebaut, ein großer Monitor vorbereitet. Ein liebevoll angerichtetes Fingerfood-Buffet mit herzhaften Leckereien, Kaffee und Kuchen sowie ein Tablett mit Sektgläsern direkt am Eingang ließen keinen Zweifel daran, dass ein besonderer Moment bevorstand.

Pünktlich um 15 Uhr füllte sich der Raum zunehmend mit Gästen aus Sport, Schule, Wirtschaft und Medien. Vom Ludwig-Frank-Gymnasium, einer der Mannheimer Eliteschulen des Sports, waren Schulleiter Stefan Weirether sowie Leistungskoordinator Tobias Kehret anwesend. Auch die IGMH war mit Schulleiterin Claudia Wörner und Leistungssportkoordinatorin Kerstin Burkhardt vertreten. Seitens der Sparkasse Rhein-Neckar Nord nahmen der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Thomas Kowalki sowie Pressesprecher Rico Fischer teil. Mehrere Pressevertreter waren ebenfalls vor Ort. Hinzu kamen die Trainer des Mannheimer Bundesstützpunkts, Narina Kirakoyan und Dmitri Loschakov, ebenso wie Gisela und Gerhard Liedy, die seit vielen Jahrzehnten mit großem Engagement die Turn-Talent-Schule Haßloch leiten. Auch Stützpunktleiter und Vorstand Sport der Turngemeinschaft Mannheim 1975 e.V., Joachim Fichtner, war anwesend – alle warteten gespannt auf den Ehrengast des Tages: Janoah Müller.

Doch selbst dieser festliche Anlass machte eindrucksvoll sichtbar, was der Alltag einer Spitzenathletin bedeutet. Während sich der Raum füllte, absolvierte Janoah nach einem mehrstündigen Vormittagstraining noch eine Englischarbeit in einem separaten Raum. Erst danach konnte sie zur Ehrung dazustoßen – ein stiller, aber umso eindrucklicher Beleg für die enorme Doppelbelastung aus Leistungssport und Schule.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Stützpunktleiter Joachim Fichtner übernahm Schulleiter Stefan Weirether vom Ludwig-Frank-Gymnasium das Wort und hieß die anwesenden Gäste offiziell willkommen. Im Anschluss präsentierte Leistungskoordinator Tobias Kehret in einer eindrucksvollen Darstellung den sportlichen Werdegang von Janoah Müller. Beginnend mit ihren ersten Turnschritten in der Turn-Talent-Schule Haßloch führte der Weg über die ersten Trainingseinheiten am Mannheimer Stützpunkt bis hin zum vollständigen Wechsel an den Bundesstützpunkt Mannheim im Alter von zwölf Jahren. Parallel dazu erfolgte der Schulwechsel an das Ludwig-Frank-Gymnasium als Eliteschule des Sports. Nationale Erfolge, erste Podestplätze und der Übergang zu immer anspruchsvolleren Wettkämpfen prägten ihren weiteren Weg. Doch auch Rückschläge blieben nicht aus: längere Verletzungspausen forderten Geduld, Disziplin und mentale Stärke. Immer wieder kämpfte sich Janoah mit großem Fleiß und außergewöhnlicher Zielstrebigkeit zurück. Der bisherige Höhepunkt dieser Entwicklung war schließlich die Silbermedaille mit dem deutschen Team bei den Europameisterschaften 2025 in Leipzig.

Den feierlichen Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Ehrung selbst. Thomas Kowalki würdigte Janoah Müller im Namen der Sparkasse Rhein-Neckar Nord als Eliteschülerin des Jahres 2025 der Mannheimer Eliteschulen des Sports. In seiner Ansprache betonte er die besondere Bedeutung der schulischen Förderung im Leistungssport und die Verantwortung starker regionaler Partner. Mit der Auszeichnung ist ein Förderbetrag von 7.000 Euro verbunden, der dem Ludwig-Frank-Gymnasium zugutekommt. Das Preisgeld unterstützt unter anderem den umfangreichen organisatorischen Aufwand, Nachführunterricht sowie flexible schulische Strukturen, die es Spitzensportlerinnen ermöglichen, den Lernstoff auch außerhalb des regulären Unterrichts erfolgreich zu bewältigen.

Sichtlich bewegt richtete sich Janoah Müller anschließend selbst an die Anwesenden. In persönlichen und sehr dankbaren Worten bedankte sie sich für die außergewöhnliche Unterstützung am Mannheimer Bundesstützpunkt, bei ihren Trainern sowie am Ludwig-Frank-Gymnasium. Sie machte deutlich, wie entscheidend dieses enge Zusammenspiel von Schule, Sport, Familie und Förderern für ihre Entwicklung gewesen ist.

Ein Nachmittag, der weit mehr war als eine Ehrung. Er zeigte eindrucksvoll, wie viel Engagement, Vertrauen und Zusammenarbeit notwendig sind, damit junge Athletinnen ihren Weg an die europäische Spitze gehen können – und wie aus Talent, harter Arbeit und gemeinsamer Verantwortung echte Erfolgsgeschichten entstehen.