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Junges TGM-Team begeistert vor ausverkaufter Halle beim Landesturnfest
Es war ein Wettkampf, der für die TG Mannheim in die Vereinsgeschichte eingehen dürfte. Vor ausverkaufter Halle im Rahmen des Landesturnfestes in Konstanz feierte das junge Team der TG Mannheim den vermutlich ersten Wettkampfsieg der Vereinsgeschichte in der 1. Bundesliga Frauen – und setzte damit ein emotionales Ausrufezeichen voller Leidenschaft, Mut und Teamgeist.
Bereits am Freitag war die komplette 17-köpfige TGM-Delegation – bestehend aus Athletinnen, Trainerteam, Kampfrichtern und Team-Management – zum offiziellen Podiumstraining angereist. Neben der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung stand vor allem eines im Mittelpunkt: das besondere Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Teams weiter zu stärken. Gerade nach den schwierigen vergangenen Monaten und den zahlreichen aus Sicht des Vereins ungerechtfertigten negativen Schlagzeilen rund um den Mannheimer Bundesstützpunkt war spürbar, wie eng Mannschaft, Trainerteam und Umfeld inzwischen zusammengerückt sind.
Dabei waren die Vorzeichen alles andere als einfach. Mit Janoah Müller fiel eine der wichtigsten Leistungsträgerinnen verletzungsbedingt als Vierkämpferin aus. Auch Ebba Mühl konnte keinen kompletten Vierkampf bestreiten, Sophia Pech musste weiterhin pausieren. Dadurch rückten plötzlich zwei erst zwölfjährige Nachwuchsturnerinnen in den Mittelpunkt: Leni Nasswetter und Anna Alekseeva mussten Verantwortung übernehmen – auf der größten Bühne ihrer noch jungen Karriere.
Und genau diese Entscheidung, bewusst auf eine internationale Gastturnerin zu verzichten und stattdessen den eigenen Nachwuchs ins kalte Wasser zu werfen, wurde eindrucksvoll belohnt.
Mit unglaublicher Leidenschaft, beeindruckender Nervenstärke und einem außergewöhnlichen Teamzusammenhalt turnten sich die Mannheimerinnen in einen regelrechten Rausch. Jede einzelne Athletin kämpfte heute für das Team – getragen von gegenseitiger Motivation, Vertrauen und einer spürbaren emotionalen Energie.
Besonders bemerkenswert: Trotz zweier unglücklicher Stürze am Schwebebalken führte Silja Stöhr das junge Team mit großer Ruhe und Ausstrahlung durch den Wettkampf. Dass sie sich am Ende dennoch den Topscorer-Titel sichern konnte, unterstreicht ihre außergewöhnliche Qualität und mentale Stärke. Direkt dahinter landete Luna nach einem ebenfalls starken Wettkampf nur hauchdünne 0,35 Punkte hinter ihrer Teamkollegin.
Auch Sofia Meier-Rojas bestätigte ihren starken Aufwärtstrend und überzeugte mit wichtigen Leistungen an drei Geräten. Ebba Mühl setzte insbesondere am Stufenbarren mit einer starken Übung ein wichtiges Zeichen für das Team.
Für die emotionalsten Momente sorgten jedoch die beiden jüngsten Turnerinnen der Mannschaft. Vor allem Leni Nasswetter, die als erste Mannheimerin an die Geräte musste, beeindruckte mit außergewöhnlicher Ruhe und Mut. Anna Alekseeva begeisterte insbesondere am Balken mit einer nahezu unglaublichen Übung und bewies ebenso enorme Nervenstärke bei ihrem ersten Bundesliga-Einsatz.
Mit Lilly Skultety gehört zudem eine weitere AK12-Turnerin zum jungen Bundesliga-Team der TG Mannheim.
Trotz ihrer Verletzung zeigte auch Janoah Müller einmal mehr ihren enormen Wert für die Mannschaft. Mit ihrer Erfahrung, ihrer Präsenz und ihrer Rolle als Mannschaftsführerin gab sie dem jungen Team während des gesamten Wettkampfs Stabilität und Sicherheit.
Großen Anteil am historischen Erfolg hatte zudem das vierköpfige Trainerteam mit Naria Kirakosyan, Dmitri Loschakov, Regina Krauß und Anna Kaletsch. Mit Ruhe, Vertrauen und großer emotionaler Stärke gelang es ihnen, das Team durch den gesamten Wettkampf zu führen und den Athletinnen genau die Sicherheit und das Selbstbewusstsein zu vermitteln, das in solchen Momenten entscheidend ist.
Ein besonderer Dank gilt außerdem den beiden Kampfrichtern Petra Schäfer und Eike Mache, die das Team an beiden Tagen begleiteten und die TG Mannheim beim Wettkampf als Kampfrichter unterstützten.
„Ich bin unglaublich stolz auf dieses gesamte Team – und genauso stolz auf unsere Trainer“, erklärte Joachim Fichtner nach dem Wettkampf sichtlich bewegt. „Heute haben alle erneut gezeigt, was die TG Mannheim ausmacht: Zusammenhalt, Leidenschaft, Vertrauen in die eigene Nachwuchsarbeit und der Mut, den eigenen Weg zu gehen.“
Seit 2007 turnt die TG Mannheim in der 1. Bundesliga Frauen. Viele starke Wettkämpfe und einige zweite Plätze gab es in dieser Zeit bereits. Doch sollte sich die erste Einschätzung bestätigen, dann war dieser Sieg in Konstanz tatsächlich der erste Bundesliga-Wettkampfsieg der Vereinsgeschichte – und damit ein historischer Moment für die TG Mannheim.


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