Nußloch, 18. April 2026.
Mit einer beeindruckenden Mischung aus sportlicher Reife, taktischer Klugheit und bemerkenswerter mannschaftlicher Geschlossenheit hat sich die TG Mannheim am Samstag in der Olympiahalle Nußloch den Sieg im Oberliga-Finale 2026 gesichert und damit eine außergewöhnliche Saison auf eindrucksvolle Weise vollendet.
Bereits im Vorfeld war die Ausgangslage klar: Nachdem die Mannheimerinnen sowohl die Vorrunde als auch die Rückrunde der Oberliga souverän dominiert hatten, ging das Team mit dem klaren Ziel in das Finale, auch dort den ersten Platz zu erreichen. Ursprünglich war ein Vierer-Finale vorgesehen, doch durch die kurzfristigen Absagen des TV Ichenheim und der TSG Seckenheim reduzierte sich das Teilnehmerfeld auf das Duell mit der SG Nußloch. Unabhängig davon ließ die TG Mannheim von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie auch unter veränderten Rahmenbedingungen ihre Spitzenposition bestätigen wollte.
Dabei musste das Team auf Anna Alekseeva verzichten, die krankheitsbedingt nicht antreten konnte. Dennoch präsentierte sich die Mannschaft um Sarah de Paula Santos Huber, Lotte Parzer, Leni Nasswetter, Lilly Ann Skultety und Sofia Meier-Rojas geschlossen und hochmotiviert. Besonders bemerkenswert: Mit Lotte und Sarah standen zwei erst zehnjährige Turnerinnen im Team, die erneut eindrucksvoll unter Beweis stellten, welches Potenzial in ihnen steckt.
Der Wettkampf begann für die TG Mannheim am Sprung, während Nußloch am Stufenbarren startete. Die Gerätequalität und Bedingungen stellten dabei eine schwierige Herausforderung dar, was das Mannheimer Trainerteam um Regina Krauß und Anna Kaletsch zu einer bewussten strategischen Entscheidung veranlasste. Mit Blick auf die anstehenden Baden-Württembergischen Meisterschaften und den Spieth-Cup, bei denen es für die jungen Athletinnen um wichtige Kaderpunkte geht, wurde das Risiko reduziert und teilweise auf einfachere, aber sichere Übungen gesetzt. Am Sprung zeigte sich daher nicht das volle Leistungsniveau der Mannheimerinnen, sodass die Gastgeberinnen aus Nußloch hier leichte Vorteile verbuchen konnten.
Am Stufenbarren ließen die Gerätebedingungen ebenfalls keine absoluten Höchstschwierigkeiten zu. Dennoch gelang es dem Team, auch unter diesen Voraussetzungen die Kontrolle zu behalten und das Gerät erneut zu dominieren. Besonders Leni Nasswetter überzeugte mit einer starken Übung und sicherte sich mit 11,70 Punkten die Tageshöchstwertung.
Am Schwebebalken zeigte sich einmal mehr die mentale Stärke der jungen Mannschaft. Trotz einzelner Unsicherheiten und zweier Stürze – unter anderem bei Sarah de Paula Santos Huber und Sofia Meier-Rojas – bewahrten die Turnerinnen die Ruhe. Lotte Parzer präsentierte eine insgesamt saubere Übung mit kleineren Wacklern, während Leni Nasswetter mit einer anspruchsvollen Übung und bemerkenswerter Routine selbst kritische Situationen souverän rettete und erneut mit 11,70 Punkten die höchste Wertung des Tages erzielte.
Auch am Boden verlangten die ungewohnten Bedingungen den Athletinnen einiges ab, da sie normalerweise auf einem für internationale Wettkämpfe zugelassenen Boden trainieren. Dennoch zeigte insbesondere Sofia Meier-Rojas ihre große Stärke im Ausdruck und präsentierte eine ausdrucksstarke und technisch saubere Kür, die mit 12,20 Punkten belohnt wurde. Leni Nasswetter setzte mit 12,50 Punkten die Bestmarke des Tages und unterstrich einmal mehr ihre herausragende Form. Auch Sarah de Paula Santos Huber überzeugte mit einer gelungenen Darbietung, während Lotte Parzer trotz eines missglückten Elements insgesamt eine starke Übung zeigte. Lilly Ann Skultety rundete den Wettkampf ab und kämpfte sich trotz sichtbarer Anpassungsschwierigkeiten an die Bodenverhältnisse durch ihre Übung.
In der Mehrkampf-Einzelwertung setzte sich Leni Nasswetter mit herausragenden 46,60 Punkten an die Spitze, während Sofia Meier-Rojas mit 43,25 Punkten den dritten Platz belegte. Doch neben diesen Einzelergebnissen war es vor allem die geschlossene Mannschaftsleistung, die den Unterschied machte.
Ein wesentlicher Anteil an diesem Erfolg liegt auch bei den Trainerinnen Regina Krauß und Anna Kaletsch, die ihre Athletinnen nicht nur technisch hervorragend vorbereitet, sondern auch mit großer Umsicht durch die Saison geführt haben. Ihre Arbeit zeigt sich in der Entwicklung jeder einzelnen Turnerin ebenso wie im geschlossenen Auftreten des gesamten Teams.
Am Ende stand ein verdienter und deutlicher Sieg für die TG Mannheim, die als mit Abstand jüngstes Team der Oberliga die Saison 2026 von Beginn an geprägt und nun auch im Finale konsequent abgeschlossen hat. Dieser Erfolg ist Ausdruck einer nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Nachwuchsarbeit und lässt zugleich mit großer Zuversicht in die Zukunft blicken.
Ein besonderer Dank gilt zunächst Sabine Kieckeben, die erneut zur Verfügung stand, um für die TG Mannheim zu werten und damit einen wichtigen Beitrag zum Wettkampf geleistet hat. Ebenso richtet sich ein herzliches Dankeschön an alle Kampfrichterinnen und Kampfrichter, die über die gesamte Oberliga-Saison hinweg für die TG Mannheim im Einsatz waren und mit ihrem Engagement den Wettkampfbetrieb erst möglich gemacht haben.

